Grußworte

Grussworte der Schirmherren

Martin Ansbacher

Grußwort zur Sommerakademie
Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe 2026

Die Sommerakademie Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe hat sich als wichtiger Baustein in der Aus- und Weiterbildung von medizinischen Fachkräften etabliert. Sie vermittelt nicht nur fundiertes Wissen, sondern verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisnahen Übungen und schafft damit beste Voraussetzungen für den Einsatz in außergewöhnlichen Krisen- und Notlagen. Als Stadt der Medizin, Wissenschaft und Forschung freut sich Ulm, auch in diesem Jahr Gastgeberin dieser renommierten Veranstaltung zu sein.

Katastrophen, Großschadensereignisse und humanitäre Krisen stellen Helferinnen und Helfer vor enorme Herausforderungen. Unter Zeitdruck müssen Entscheidungen getroffen, Menschen versorgt und oft schwierige Situationen bewältigt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommerakademie zeigen mit ihrem Engagement und ihrer Bereitschaft zur Weiterbildung, dass sie Verantwortung übernehmen und ihre Kenntnisse in den Dienst anderer Menschen stellen möchten.

Das diesjährige Programm greift dabei viele aktuelle Fragestellungen auf. Themen wie Ethik in der Katastrophenmedizin, psychische Erste Hilfe, Sichtung und Triage, technische Hilfeleistungen sowie Aspekte der Humanitären Hilfe und internationaler Kriseneinsätze verdeutlichen die große Bandbreite dieses Arbeitsfeldes. Besonders wertvoll ist dabei die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischen Übungen, die den Teilnehmenden realitätsnahe Erfahrungen ermöglicht.

Mein herzlicher Dank gilt der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin und der Universität Ulm für die Organisation der Sommerakademie. Ebenso danke ich dem THW sowie allen beteiligten Institutionen, Referentinnen, Referenten und ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern für ihren Einsatz. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünsche ich eine erkenntnisreiche und inspirierende Woche in Ulm. Und wer neben dem anspruchsvollen Programm etwas Zeit findet, dem empfehle ich, unsere Stadt und ihre vielfältigen Angebote näher kennenzulernen.

Martin Ansbacher
Oberbürgermeister der Stadt Ulm

Prof. Dr. med. Benedikt Friemert

Grußwort zur Sommerakademie
Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe 2026

Es ist mir eine große Freude und zugleich ein besonderes Anliegen, in diesem Jahr die Schirmherrschaft über die Sommerakademie Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe übernehmen zu dürfen.

Wir erleben gegenwärtig einen sicherheitspolitischen Epochenwechsel. Katastrophen, schwere Unglücksfälle, Pandemien und terroristische Anschläge haben immer wieder gezeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung unseres Gesundheitswesens auf außergewöhnliche Lagen ist. Diese Herausforderungen bestehen fort. Umso wichtiger ist es, Strukturen vorzubereiten und das gemeinsame Handeln der unterschiedlichen Akteure regelmäßig zu üben.

Zu diesen bekannten Herausforderungen ist eine weitere hinzugekommen: die Landes- und Bündnisverteidigung. Nach Jahrzehnten, in denen ein bewaffneter Konflikt in Europa für Deutschland kaum vorstellbar schien, haben die sicherheitspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre diese Sicht grundlegend verändert. Heute müssen wir uns erneut damit auseinandersetzen, wie Staat und Gesellschaft – und insbesondere unser Gesundheitswesen – auch in schweren Krisen und Konflikten handlungsfähig bleiben können.

Dabei ist eines entscheidend: Landes- und Bündnisverteidigung ist nicht allein eine Aufgabe der Bundeswehr. Gesamtverteidigung ist eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Gesundheitswesen ist ein wesentlicher Teil davon.

Gerade deshalb halte ich es für wichtig, diese Fragen nicht erst dann zu thematisieren, wenn Ärztinnen und Ärzte bereits Verantwortung in Kliniken, Praxen oder im Rettungsdienst tragen. Wir sollten damit bereits im Studium beginnen. Junge Medizinerinnen und Mediziner müssen Gelegenheit bekommen, sich mit der Frage auseinanderzu- setzen, was Katastrophe, Krise und Krieg – die „3K“ – für ihr späteres berufliches Handeln bedeutenkönnen.

Dazu gehört für mich mehr als die Vermittlung medizinischer Verfahren. Wir müssen uns bewusst machen, auf welchen Grundlagen unser Gemeinwesen beruht, welche Regelungen unser Grundgesetz für Krisen- und Verteidigungslagen vorsieht und welchen Beitrag jede und jeder Einzelne zur Resilienz unserer Gesellschaft leisten kann.

Für das Gesundheitswesen stellen sich dabei konkrete Fragen: Wie bereiten wir Krankenhäuser und Rettungsdienste vor, wie sichern wir die medizinische Versorgung bei knappen Ressourcen und wie gestalten wir die Zusammenarbeit ziviler und militärischer Strukturen? Hinzu kommen Fragen der Patientenverteilung, des Schutzes kritischer Infrastruktur und der Vorbereitung auf verantwortungsvolle Entscheidungen unter außergewöhnlichem Druck.

Solche Fragen lassen sich nicht allein in Konzeptpapieren beantworten. Die beteiligten Akteure müssen sich kennen, ihre Fähigkeiten verstehen und gemeinsam üben. Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Kliniken, Hilfsorganisationen, Behörden und Bundeswehr können schwere Krisen nur gemeinsam bewältigen.

Genau darin liegt für mich eine besondere Stärke der Sommerakademie: Sie verbindet Wissen mit praktischer Erfahrung, bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und erreicht junge Menschen in einer prägenden Phase ihrer beruflichen Entwicklung.

Der Blickwinkel der Landes- und Bündnisverteidigung und damit der Gesamtverteidigung soll die Sommerakademie nicht als Ersatz, sondern als notwendige Erweiterung der klassischen Themen von Katastrophenmedizin und Humanitärer Hilfe ergänzen.

Den Organisatorinnen und Organisatoren, den Referentinnen und Referenten sowie allen Mitwirkenden danke ich herzlich für ihr großes Engagement. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünsche ich spannende Tage, wertvolle Erkenntnisse und intensive Diskussionen – und vor allem die Bereitschaft, das Erlernte weiterzutragen.

Denn am Ende geht es bei Katastrophe, Krise und Krieg immer um dasselbe: Verantwortung zu übernehmen und Menschen auch unter schwierigsten Bedingungen bestmöglich zu helfen.

Generalarzt Prof. Dr. med. Benedikt Friemert
Leitender Ärztlicher Direktor und Kommandeur
Bundeswehrkrankenhaus Ulm